LUFS und True Peak: Mastering fürs Streaming
Streamingdienste spielen jeden Song mit ähnlicher Lautheit ab. Ein Master, der so laut wie möglich gedrückt wurde, wird also leiser gedreht und behält nur den Schaden. Wer drei Werte kennt, integrierte LUFS, Kurzzeit-LUFS und True Peak, mastert mit mehr Druck und weniger Verzerrung.

Die drei Werte
- Integrierte Lautheit (LUFS): die durchschnittliche Lautheit des ganzen Songs, so gemessen, wie unser Gehör sie wahrnimmt. Nach diesem Wert stellen Streamingdienste den Wiedergabepegel ein.
- Kurzzeit- und Momentan-Lautheit: die Lautheit über die letzten drei Sekunden und die letzten 400 Millisekunden. Nützlich, um einen Drop mit einem Breakdown zu vergleichen.
- True Peak: der höchste Pegel der tatsächlichen Wellenform, einschließlich der Spitzen zwischen den Samples. Diese Intersample-Peaks können beim Konvertieren oder Kodieren verzerren.
Warum Lautheitsnormalisierung wichtig ist
Die meisten Streamingdienste normalisieren Musik auf einen Referenzpegel, meist irgendwo um −14 bis −16 LUFS integriert. Ein Master mit −7 LUFS wird einfach leiser abgespielt, behält aber die plattgedrückten Transienten. Ein Master mit mehr Dynamik klingt nach der Normalisierung oft größer, weil Kick und Snare noch treffen.
Es gibt nicht den einen richtigen Wert. Elektronische Tanzmusik wird oft bewusst lauter als diese Referenz gemastert. Wichtig ist, dass du dich bewusst entscheidest, statt aus Gewohnheit zu quetschen.
Messen mit CLEARING
Die Pegelanzeige in CLEARING zeigt Eingangs- und Ausgangsspitzen mit Haltemarken, Gain Reduction und Kurzzeit-Lautheit mit einer Markierung für die Momentan-Lautheit. Darunter stehen die integrierte Lautheit (INT), die Kurzzeit-Lautheit (SHORT) und der True Peak (TP), einschließlich der Spitzen zwischen den Samples. Klick auf die Pegelanzeige, um die integrierte Messung neu zu starten, und spiel dann den ganzen Song von Anfang bis Ende.
Ein einfacher Ablauf
- Setz CLEARING ans Ende des Mixbus. Forme den Klang mit breiten Bändern und lass AUTO an, damit du den Klang beurteilst, nicht den Pegel.
- Hol den Pegel mit deinem Limiter hoch, bis sich der Drop richtig anfühlt, und lies dann INT über den ganzen Song ab.
- Schalte SAFE ein und setze das CEILING, zum Beispiel auf −1 dB, damit keine Spitze es überschreitet. Prüfe, dass TP darunter bleibt.
- Behalte die Stereokorrelation im Blick: links von der Mitte bedeutet, dass sich Teile des Mixes in Mono auslöschen würden.
Tipp: weniger Chaos im Bass, mehr Lautheit
Breite, unruhige Bässe fressen Headroom. Ein Low Cut auf SIDE bei 100 bis 150 Hz hält den Bass mono, sodass der Limiter weniger arbeiten muss und der Master sauber lauter wird. Die Master-Presets in CLEARING enthalten streamingtaugliche Obergrenzen als Startpunkt.
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